Theo-Web. 21 (2022) H. 1, 1-2

Editorial

Die vorliegende Ausgabe von Theo-Web dokumentiert im Thementeil „Exploring and Engaging Ambiguity in Religious Education" ein englischsprachiges Symposi-um der letztjährigen ISREV-Tagung in Göteborg. Ein herzlicher Dank gilt Karlo Meyer für die Betreuung dieses Thementeils...

Editorial

... In seiner Einführung stellt er treffend die Bedeutung dieser in der Religionspädagogik noch unzureichend gewürdigten Thematik heraus: „Nicht nur ethische Fragen der Waffenlieferungen an die Ukraine oder soziale Fragen der Wachsamkeit, fast alle Themen des Religionsunterrichts sind von Natur aus mit Mehrdeutigkeit behaftet, und viele von ihnen können bisherige Gewissheiten in Frage stellen. Soziale, ethische und genuin theologische Überzeugungen stehen zur Debatte.“

In der Rubrik „Forschung und Diskurs“ sind sechs Beiträge enthalten, die den double-blind Review-Prozess erfolgreich durchlaufen haben: Empirisch orientierte Erkundungen in einem noch unerforschten Gebiet unternehmen Constanze Kaiser und Andreas Kubik in ihrem Beitrag „Theaterpädagogik als Religionspädagogik“. Vergleichbar innovativ legen Maike Maria Domsel und Julia Christin Tannhof ihrem Beitrag „Was der Hirte vom Schaf lernen kann“ die „transformative Kraft der tiergestützten Pädagogik“ dar.

Die beiden folgenden Aufsätze setzen sich aus verschiedenen Perspektiven mit religionspädagogischen Unterrichtsmaterialien auseinander: Jan-Hendrik Herbst untersucht diese „als Ort der Ideologieproduktion“ und entwickelt von daher Perspektiven für eine kritische Religionsbuchanalyse. Aus einer regionalen Perspektive setzt sich Ayza Deiab mit Schulmaterialien des protestantischen Religionsunterrichts in Elsass-Lothringen auseinander, wobei sie den Fokus auf das interreligiöse Lernen legt.

Schließlich kommen in den letzten beiden Beiträgen auch Lernorte jenseits von Schule in den Blick. So vergleichen Hanna Roose, Annika Loose und Andreas Seifert zwischen schulischem Religionsunterricht und Konfirmandenunterricht deren Praktiken des Beendens. Manfred Riegger nimmt in seinem Beitrag die Familienreligiosität in den Blick und arbeitet nichtreligiöse Geborgenheit und Sicherheit als Bezugspunkte für religiöse Bildungsarbeit heraus.

In dem Abschnitt zu den Rezensionen findet sich in bewährter Manier der umfassende Literaturbericht von Martin Schreiner, der einen eingehenden und informativen Überblick über religionspädagogische Neuerscheinungen bietet. Darüber hinaus möchten wir sowohl den Tagungsrückblick als auch die Tagungsankündigungen in der gleichnamigen Rubrik empfehlen, die dankenswerterweise Melanie Binder zusammengestellt hat.

Ein herzlicher Dank gilt den Wiener MitarbeiterInnen Karin Sima, Marietta Behnoush, Melanie Binder, Janett Baliga, Katharina Schmutterer, Max Saudino, sowie der Nürnberger Mitarbeiterin Verena Bedruna für die großartige Unterstützung in redaktioneller und technischer Hinsicht.

Wir wünschen eine anregende Lektüre und freuen uns über Rückmeldungen!