Theo-Web. Zeitschrift fuer Religionspaedagogik 19 (2020), H.2, 197-217.

Berufen zum Lehrerberuf - Zusammenhänge zwischen Berufungsempfinden, Selbstregulation und motivationalen Orientierungen bei Lehrkräften evangelikal orientierter Schulen

In verschiedenen internationalen empirischen Studien wird das Empfinden von Lehrkräften, für ihre Tätigkeit „berufen“ zu sein, mit überwiegend positiven Effekten auf ihre Gesundheit sowie ihr professionelles Selbstverständnis, Denken und Handeln in Beziehung gebracht. Im deutschen Sprachraum besteht hierzu ein eklatantes Forschungsdefizit, zu dessen Behebung mit dieser Studie ein erster bescheidener Schritt getan werden soll. Untersucht werden Effekte der Berufungsüberzeugung bei N=217 Lehrkräften eines evangelikal orientierten Schulverbundes, bei denen dieses Empfinden besonders verbreitet zu sein scheint. Die Analysen zweier Mitarbeiterbefragungen belegen die hohe Verbreitung einer religiösen Berufungsüberzeugung sowie positive Zusammenhänge mit der Arbeits- und Lebenszufriedenheit.

Lehrerreligiosität, Lehrerprofessionalität, Berufung, Stress, Arbeitsbelastung, Evangelische Schulen

1 Einleitung

In der internationalen, insbesondere US-amerikanischen Lehrkräfte-Forschung wird der Identifikation der Lehrpersonen mit ihrem Beruf im Sinn einer persönlichen „Berufung“ eine beträchtliche Bedeutung, sowohl für die Gesundheit als auch die professionelle Qualität der Lehrerinnen und Lehrer, zugeschrieben. Ein solcher „sense of calling“ wird sowohl normativ eingefordert (Artmann, 2012; Durka, 2002; McClain, 2016) als auch empirisch in seinen positiven Effekten belegt (z.B. Farkas, Johnson, Foleno, Duffett & Foley, 2000; Hartwick, 2007; Serow, 1994; Sikkink, 2010; Wadsworth, 2001).

In den letzten Jahren sind die Forschungen in den USA zum Berufungsempfinden auch auf andere Berufe ausgeweitet und meist im Kontext der Arbeitspsychologie durchgeführt worden. Wie unten genauer berichtet wird, haben inzwischen einige Studien Belege für positive Zusammenhänge zwischen einem „sense of calling“ und dem Arbeits- und Belastungserleben, dem Engagement sowie der Berufszufriedenheit erbringen können.

In Europa und speziell im deutschen Sprachraum klafft bezüglich des Berufungsempfindens von Lehrkräften und dessen möglichen Effekten ein Forschungsdefizit. Nach Rothland (2011) findet das Berufungsmotiv in der deutschen Forschung kaum Berücksichtigung, obwohl es „historisch […] bezogen auf den Lehrerberuf eine lange Tradition hat“ (S. 285). Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Einschätzung von möglichen Effekten eines Berufungsempfindens von Lehrkräften hier uneinheitlicher und tendenziell skeptischer ausfällt. So hält beispielsweise Scheunpflug (2005, S. 64) den Glauben an eine Berufung bei Lehrkräften geradezu für notwendig, um die Unwägbarkeiten des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler auszuhalten. Demgegenüber äußert Rothland (2011, S. 285) Bedenken, dass das Empfinden einer Berufung zum Lehrerberuf zu einem überhöhten Idealismus sowie einem Überengagement führen könne und so mit einer erhöhten Burn-out-Gefährdung verbunden sei. In einer ähnlichen Weise skeptisch äußern sich Krause, Dorsemagen & Alexander (2011, S. 788) dahingehend, dass eine Betrachtung des Lehrberufs als Berufung zu einer einseitigen und idealisierenden Sichtweise führen würde; eigentlich bestehe dieser aus genau festgelegten Aufgaben und diene vielen Lehrkräften in erster Linie zum Geldverdienen.

Der vorliegende Forschungsbericht möchte einen bescheidenen Beitrag zur Bearbeitung des Forschungsdefizits zum Berufungsempfinden von Lehrkräften leisten. Da sowohl im US-amerikanischen Kontext als auch vereinzelt im deutschen Sprachraum auf die besondere Verbreitung des Berufungsmotivs bei christlich-evangelikal orientierten Lehrkräften hingewiesen wurde (für die USA: Sikkink, 2010; für eine deutsche evangelikale Schule: Holl, 2011; für Berufswahlmotive bei Studierenden in der Schweiz: Stienen, Bühler, Gasser & Tamcan, 2012), sollen in diesem Beitrag Effekte des Berufungsempfindens bei Lehrkräften so genannter „evangelikal orientierter“ Schulen untersucht werden. Mit diesem Begriff werden zumeist Schulen in freier Trägerschaft zusammengefasst, die sich auf das Bekenntnis der Deutschen Evangelischen Allianz (2018) berufen, in dem insbesondere die persönliche Gottesbeziehung sowie die göttliche Inspiration der Bibel als Basis des Glaubens betont werden. In Deutschland liegt die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine evangelikal orientierte Schule besuchen bei etwa 40.500 (Roser, 2018, S. 47). Im Allgemeinen werden an evangelikal orientierten Schulen bewusst solche Lehrerinnen und Lehrer beschäftigt, die sich mit der zugrundeliegenden Theologie und Glaubenspraxis identifizieren können (Lehmann, 2015), sodass bei diesen Lehrkräften wohl von einer hohen evangelikal orientierten Religiosität mit einem dezidiert religiösen Verständnis einer Berufung ausgegangen werden kann.

Die hier berichtete Studie untersucht mögliche Effekte eines religiösen Berufungsempfindens bei dieser Gruppe von Lehrkräften auf die Selbstregulation und die motivationalen Orientierungen, die beide wesentliche Aspekte der Professionalität von Lehrkräften darstellen (Baumert & Kunter, 2011). Hierzu erfolgt nach einem Überblick zu den berufsübergreifenden Befunden aus der arbeitspsychologischen Forschung eine Annäherung an das Berufungsverständnis in evangelischer und evangelikaler Theologie. Die daraus entwickelten Annahmen werden anschließend mithilfe zweier Mitarbeiterbefragungen an einem Schulverbund in evangelikaler Trägerschaft (N=217) überprüft.

2 Theoretische Konzepte und Befunde zum Berufungsbegriff

2.1 Der Berufungsbegriff in der psychologischen Arbeitsforschung

In den Forschungen zur Berufswahl und Karriere spielen besonders im US-amerikanischen Raum die Begriffe calling oder das synonym gebrauchte vocation eine zunehmend wichtigere Rolle. So hat sich die Zahl der Veröffentlichungen zu diesem Thema in den letzten Jahren mehr als verzehnfacht (Dik & Domene, 2015). Besonders in den Fokus gerückt wurde hier die Bedeutung einer wahrgenommenen berufsbezogenen Berufung (perception of calling) für Berufs- und Lebenszufriedenheit, Engagement und Einsatzbereitschaft, positive berufliche Entwicklung und geringere Burn-out-Gefährdung. Das Konstrukt Berufung wird in dieser Forschung nicht einheitlich definiert, jedoch zumeist gebraucht als „a sense of purpose or direction that leads a person toward a personally fulfilling and/or socially useful engagement within one’s work, sometimes referencing God or the transcendent, sometimes an inner passion or giftedness“ (Dik & Domene, 2015, S. 291). Das hier verwendete Konstrukt beschränkt sich also nicht auf ein religiöses Verständnis des Begriffs. So könne laut Ponton & Sauerheber (2015) in der Berufungsforschung zwischen einem säkularen Verständnis (modern perspective of calling) ohne transzendenten Bezug und einer Deutung unter Einbeziehung eines höheren Sinns oder einer göttlichen Macht (neo-classical perspective of calling) unterschieden werden. Zur Einbeziehung beider möglichen Deutungslinien werden häufig mehrdimensionale Konstrukte operationalisiert, in denen ein transzendent-religiöses Führungserleben als eigene Facette erhoben wird. Als weitere Dimensionen gelten Formen eines Sinnerlebens bei der als Berufung erlebten Aufgabe, eine wahrgenommene Passung zwischen Personenmerkmalen und den beruflichen Anforderungen sowie eine wertgeleitete oder prosoziale Orientierung der Person (Banning, 2015; Dik, Eldridge, Steger & Duffy, 2012; Hagmaier & Abele, 2012).

Für den US-amerikanischen Raum weisen die Befunde auf eine große Verbreitung eines sense of calling bei Studierenden und Berufstätigen hin (vgl. zusammenfassend Duffy & Dik, 2013). In diesem Kontext lassen sich die Befunde zu Wirkungen einer perception bzw. eines sense of calling dahingehend zusammenfassen, dass ein solches Verständnis des eigenen Berufs mit einer positiven beruflichen Entwicklung verbunden ist. Dies zeigt sich in einem höheren Selbstvertrauen bei der Berufswahl, einem höheren Engagement, einer stärker ausgeprägten intrinsischen Motivation sowie Berufs- und Lebenszufriedenheit. Hinweise auf die Gefahr einer zu starken Fokussierung auf den Beruf und eines damit verbundenen Risikos für einen Burn-out oder eine Arbeitsabhängigkeit durch eine gefühlte Berufung geben nur wenige Studien (Duffy & Dik, 2013).

Ob die Quelle einer persönlichen Berufung als transzendent eingeordnet oder anderen Ursachen zugeschrieben wird, hat laut den Befunden einer US-amerikanischen Studie (Duffy, Allan, Bott & Dik, 2014) keine signifikanten Auswirkungen auf den positiven Zusammenhang zwischen gelebter Berufung und Arbeits- sowie Lebenszufriedenheit. Analysen einer weiteren US-amerikanischen Studie wiesen bei Personen mit sehr hoher Religiosität ein niedrigeres zeitliches Arbeitsengagement auf. Nähmen diese Personen den Beruf jedoch als Berufung wahr, so erhöhe dies das zeitliche Engagement (Horvath, 2015).

Über die Zusammenhänge von dezidiert christlicher Religiosität und dem berufsbezogenen Berufungserleben sind im Kontext der berufs- und karrierebezogenen Berufungsforschung bisher nur wenige Untersuchungen veröffentlicht worden (Dik & Domene, 2015). Die vereinzelten Befunde bestätigen die positiven Effekte auf die Lebenszufriedenheit und die erlebte Sinnhaftigkeit und verweisen auf die hohe Bedeutung eines religiösen Erlebens oder religiöser Deutungsmuster beim Berufungserleben hin (Bott, Duffy & Douglass, 2015; McKenna, Haney, Ecker, Matson, Becker, Boyd & Hickory, 2015). Darüber hinaus zeigt sich auch für diese Personengruppe eine höhere Identifikation mit dem Beruf und dem Unternehmen (Horvath, 2015; Neubert & Halbesleben, 2015).

Befunde aus dem deutschen Raum deuten auf eine etwas geringere Verbreitung eines Berufungsempfindens hin. Dabei scheinen insbesondere die transzendenten und wertebezogenen Aspekte etwas schwächer als im US-amerikanischen Raum ausgeprägt zu sein (Hagmaier & Abele, 2012; Hirschi, 2011). Der positive Zusammenhang zwischen Berufungsempfinden und Lebenszufriedenheit konnte auch bei deutschen Berufstätigen bestätigt werden (Hagmaier & Abele, 2015).

2.2 Berufung in Religionswissenschaft und Theologie

Im religionswissenschaftlichen Kontext wird Berufung als „das Erlebnis eines Menschen, von einer göttlichen oder anderen übermenschlichen Macht ergriffen und in deren Dienst genommen zu werden“ bezeichnet (Hjelde, 1989, S. 1347), wobei eine enge Beziehung zum Begriff der Erwählung besteht. Ausgegangen wird in diesem Kontext von einer konkreten Berufungssituation, die zugleich als Initiationserlebnis gedeutet werden kann. Durch dieses Erlebnis bekommt das Leben der berufenen Person eine neue Aufgabe, die häufig von der Person als nicht erfüllbar angesehen wird (vgl. z.B. die Berufungsgeschichten von Mose, Gideon oder David in der Bibel). Als Folge ist die Erfüllung der Berufung nur durch eine übernatürliche Begabung oder durch die Abhängigkeit von einer transzendenten Macht möglich.

In der christlichen Theologie ist beim Gebrauch des Wortes zu berücksichtigen, dass der Begriff der Berufung geschichtlich verschiedene Spezifikationen erfahren hat. So wird einerseits von einer Berufung eines jeden Menschen in den Christenstand und in die Nachfolge Jesu gesprochen (Gäckle, 1994, S. 236), andererseits wird der Begriff für das „Herausgerufenwerden aus dem Zivilstand in die besondere Aufgabe des Reiches Gottes“ (Frische, 1994, S. 239) benutzt. Diese besondere Berufung betraf in vorreformatorischer Zeit speziell den Priester- oder Mönchsstand. Durch Martin Luther wurde der, durch die Berufung begründete, herausgehobene Status dieser Stände in Frage gestellt. Stattdessen sei jeder Mensch zu einem speziellen, auch geistlich zu verstehendem Dienst an der Gemeinschaft durch die Ausübung seiner Tätigkeit zum Broterwerb („Beruf“) berufen (u.a. Luther, 1895, S. 18).

Diese Einheit von Berufung und Beruf verblasste zunehmend mit dem Übergang in die moderne bürgerliche Gesellschaft (Wagner, 1980, S. 692–693). In diesem Zusammenhang weist Frische (1994, S. 239) quasi in Aufhebung der von Luther propagierten Vereinheitlichung darauf hin, dass zwischen dem „Beruf (im Sinne der regelmäßigen bürgerlichen Tätigkeit, der einer nachgeht) und göttlicher B[erufung]“ unterschieden werden müsse und keine Verschmelzung der Begrifflichkeiten stattfinden solle (vgl. auch Barth, 1980, S. 696). So folgern einige Theologen, „daß dem Begriff der Berufung eine bloß innertheologische Relevanz“ zukomme (Wagner, 1980, S. 692–693) und dieser zu einem „religiös-theologischen Sprachspiel mit begrenzter existenzieller Relevanz“ mutiert sei (Feeser-Lichterfeld, 2005, S. 218).

Anders als in der evangelischen „Mainstream“-Theologie weisen die anfangs geschilderten Befunde zur hohen Verbreitung des Berufungsempfindens unter evangelikalen Lehrkräften auf eine hohe Relevanz und Aktualität dieses Phänomens hin. Eine genauere Untersuchung des zugrundeliegenden Verständnisses erweist sich jedoch in verschiedener Hinsicht als schwierig. So fehlt eine klare Abgrenzung der Bezeichnung „evangelikal“ von „evangelisch“ auf der einen und von als „fundamentalistisch“ zu bezeichnenden Standpunkten auf der anderen Seite. Dementsprechend gestaltet sich auch die deutsche evangelikale Landschaft uneinheitlich (Guske, 2014, S. 83; Lehmann, 2015, S. 19). Als verbindender Kern werden die Betonung der Notwendigkeit persönlicher Glaubenserfahrungen, das Verständnis der Bibel als Gottes Wort für alle Bereiche des Lebens (im Gegensatz zur historisch-kritischen Beurteilung in der evangelischen Theologie), die Zentralität von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi und damit verbunden zumeist eine missionarische und evangelistische Ausrichtung angesehen (Hempelmann, 2009, S. 8–9).

Als weitere Schwierigkeit zeigt sich, dass eine Auseinandersetzung mit dem Berufungsbegriff in der evangelikal orientierten theologisch-wissenschaftlichen Literatur fehlt. Andererseits finden sich mehr als 50 aktuell erhältliche evangelikale deutschsprachige Ratgeber zum Thema der persönlichen Berufungsfindung[1] . Der Problematik der fehlenden wissenschaftlich fundierten Literatur wird in diesem Beitrag durch eine, in ihrem Umfang begrenzte, Analyse evangelikaler Ratgeberliteratur begegnet, mittels derer sich dem Berufungsverständnis evangelikaler Christen angenähert werden kann.

Zur Auswahl der Literatur für die exemplarische Untersuchung wurde eine Anfrage an die Lehrpersonen des als Stichprobe für die quantitativen Untersuchungen dienenden Schulverbundes gestartet, welche Bücher zur Thematik empfehlenswert seien. So wurde eine möglichst große inhaltliche Nähe des hier herausgearbeiteten theoretischen Berufungsverständnisses zu den diesbezüglich vorliegenden Vorstellungen und Konzepten in der später dargestellten Stichprobe ermöglicht.

In den Rückmeldungen wurden fünf Titel genannt, die zugleich auch verschiedene theologische Akzentuierungen innerhalb der evangelikalen Strömung abdecken. So stellt der Dozent der staatlich akkreditierten Fachhochschule des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM), Tobias Faix (2013) verschiedene Deutungsmöglichkeiten und Erfahrungen individueller Berufungen nebeneinander dar und enthält sich einer engeren Präzisierung. Dem gegenüber spricht Uwe Schäfer (2004), Pastor einer Gemeinde im Bund freier Pfingstler (BfP), von einem „Drehbuch Gottes“ für das Leben eines jeden Christen, in dem es zu leben gilt. Ebenso durch pfingstlerisch-charismatische Akzentuierungen geprägt ist das Buch des US-Amerikaners David Kolenda (2013), der als Leiter eines Afrika-Missionswerkes individuelle Berufungen in einem erweiterten Missionskontext verortet. Aus dem US-amerikanischen Raum stammt auch das weltweit über 50 Millionen Mal (kath.net, 2013) verkaufte Buch Leben mit Vision – Wozu um alles in der Welt lebe ich? des Baptistenpastors Rick Warren (2003). Birgit Schilling (2007) richtet sich mit ihrem Werk zwar gezielt an das weibliche Geschlecht, stellt jedoch ein geschlechtsunabhängiges Berufungskonzept dar, bei dem sich Elemente aus ihrer beruflichen Tätigkeit als Coach und Supervisorin widerspiegeln.

Allen hier dargestellten Büchern ist gemeinsam, dass von der Existenz eines mehr oder weniger stark detailliert ausgestalteten Lebensplans für jeden Christen ausgegangen wird. Die Beschreibungen reichen vom Bild eines, oft erst im Nachhinein erkennbaren, „roten Fadens“ (Faix, 2013, S. 28) bis hin zu einem detailliert gestalteten „genialen Drehbuch“ (Schäfer, 2004, S. 20). In diesem Plan ist jeder Mensch über die Aufforderung zur Christusnachfolge hinaus zu einem speziellen Dienst am Nächsten, der Welt oder in der christlichen Gemeinde berufen (Kolenda, 2013, S. 40; Schilling, 2007, S. 33; Warren, 2003, S. 277). Die individuelle Berufung bekommt also eine wichtige sinnstiftende Bedeutsamkeit im Leben evangelikaler Christen und wird zugleich als Grundlage für ein „gelingendes Leben“ beschrieben (Faix, 2013, S. 37).

Übereinstimmend wird dem persönlichen Begabungsprofil, das aus gottgegebenen Talenten und erworbenen Fähigkeiten bestehen kann, eine zentrale Rolle für die persönliche Berufung zugewiesen. So bildet die Reflexion der eigenen Stärken und Schwächen die Basis für die Erkenntnis der persönlichen Berufung. Darüber hinaus solle man sich auf Tätigkeiten fokussieren, die einem eine besondere Freude oder das Gefühl von Erfüllung bereiten. Dabei sei eine offene, betende, innere Haltung wichtig. Übernatürlichen Berufungserlebnissen wird in den Ratgebern keine oder nur eine geringe Relevanz zugeschrieben.

Zusammenfassend lässt sich das Berufungsverständnis in folgenden Glaubenssätzen darstellen: Jeder Mensch ist mit seinen Begabungen, Beschränkungen und Persönlichkeitsmerkmalen geschaffen. Diese bilden die Grundlage für einen über die allgemeine Berufung zur Nachfolge hinausgehenden individuellen Auftrag in der Welt, der von Gott bereits mehr oder weniger stark ausdifferenziert festgelegt ist. Dieser Auftrag ist direkt oder indirekt an den Zielen gelebter Nächstenliebe oder Mission ausgerichtet. Der Mensch kann diesen Auftrag z.B. durch die Reflexion der eigenen Begabungen, Gebet oder besondere „Führungserlebnisse“ erkennen.

Es zeigt sich also eine hohe Nähe zu den oben dargelegten mehrdimensionalen Konzepten aus der Arbeitspsychologie mit einer besonderen Akzentuierung transzendent-religiöser Bezüge. So wird auch hier der wahrgenommenen personalen Passung zur Berufung eine hohe Relevanz zugewiesen. Eine hohe Sinn- und Werteorientierung findet sich in der Ausrichtung an gelebter Nächstenliebe oder missionarischen Zielen.

2.3 Befunde zu Arbeitsbelastung und beruflichem Engagement im Kontext christlicher Religiosität

Arbeiten stark religiöse Menschen in Organisationen, deren Ziele sich in der gleichen Weltanschauung begründen, so könnte dies mit einer Wahrnehmung einer besonderen Sinnhaftigkeit der beruflichen Tätigkeit verbunden sein. Aus dieser Bedeutungszuschreibung könnte die von Rothland (2011, S. 285) vermutete Tendenz zu Überengagement, Idealismus und einer damit verbundenen Burn-out-Gefährdung entstehen. In diesem Kontext zeigen verschiedene Studien unter Pastoren der evangelischen Landes- und Freikirchen für etwa ein Viertel bis zur Hälfte der befragten Personen ein hohes berufliches Belastungserleben (Bauer et al., 2009; Dziewas, 2009; Heyl, 2003; Voltmer, Büssing, Thomas & Spahn, 2010). Für Schulen in evangelisch-kirchlicher Trägerschaft berichten einige Leitungspersonen von einem hohen Belastungsempfinden bei den dortigen Lehrkräften. Diese würden an sich bereits hohe Anforderungen stellen, die noch durch eine vom Schulträger eingeforderte, besonders aufopferungsvolle Haltung, im Sinne eines geistlichen Dienstes, verstärkt würde (Rausch, 2010).

Andererseits weisen Befunde auf die gelebte Religiosität als gesundheitsförderliche und präventive Ressource hin (Heyl, 2003). So haben der Glaube an einen Sinn im Leben, Gebete und Meditationen sowie religiöse Rituale, aber auch ein berufsbezogener übergeordneter Sinn- bzw. Bedeutungsrahmen resilienzfördernde Wirkungen (Heyl, 2003; Pirner, 2013; Schmid, 2015; Voltmer et al., 2010). Darüber hinaus werden positive Effekte der Unterstützung durch die Glaubensgemeinschaft sowie allgemein der Bindung an Organisationen mit prosozialen Werten und positiven Rollenmodellen beobachtet (Fooken, 2016). Umgekehrt konnten im Kontext gelebter Religiosität auch negative Einflüsse durch das Bild eines strafenden Gottes und das Empfinden von Gottverlassenheit beobachtet werden (Voltmer et al., 2010).

Bezüglich des Arbeitsengagements zeigte sich bei einer Studie unter Pastoren aus deutschen evangelikal orientierten Gemeinden ein signifikant geringeres selbstwahrgenommenes berufliches Engagement im Vergleich zu anderen Berufsgruppen aus dem sozialen Bereich (Voltmer et al., 2010).

2.4 Fragestellungen und Hypothesen

Das Finden einer persönlichen Berufung scheint für evangelikal orientierte Christen eine hohe Relevanz zu haben. Schulen in evangelikaler Trägerschaft rekrutieren ihr Lehrpersonal überwiegend in dieser Personengruppe. Es kann also angenommen werden:

H1: Ein religiöses Berufungsempfinden zum (a) Lehrerberuf und (b) zur Arbeit an dieser Schule ist bei Lehrkräften an evangelikalen Schulen stark verbreitet.

Die Betonung der Passung der individuellen Fähigkeiten mit der persönlichen Berufung ist ein zentrales Merkmal sowohl des hier herausgearbeiteten evangelikalen Verständnisses als auch der meisten in der Arbeitspsychologie verwendeten Konstrukte. Dementsprechend sollte ein als Berufung empfundener Beruf als passend zu den eigenen Fähigkeiten erlebt werden:

H2: Ein religiöses Berufungsempfinden ist mit einem höheren Kompetenzerleben im Beruf verbunden.

Individuelle Berufungen in der evangelikalen Theologie orientieren sich an Zielen der Mission oder einer gelebten Nächstenliebe. Evangelikal orientierte Schulen verstehen ihre pädagogische Tätigkeit zumeist nach diesen Zielen ausgerichtet (Lehmann, 2015). Zugleich weisen arbeitspsychologische Befunde auf den Zusammenhang zwischen Berufungsempfinden und Identifikation mit dem Betrieb hin:

H3: Das Empfinden einer Berufung zur Arbeit an einer evangelikalen Schule ist mit einer höheren Identifikation mit dem Unternehmen verbunden.

Die Befunde aus der Arbeitspsychologie betonen den positiven Zusammenhang zwischen einem Berufungsempfinden und einer erhöhten Arbeits- und Lebenszufriedenheit. Da bei den verwendeten Konstrukten eine große inhaltliche Nähe zum hier dargestellten evangelikalen Verständnis vorliegt, kann von einer Übertragbarkeit dieser Befunde ausgegangen werden:

H4: Das Verständnis der Tätigkeit als Lehrkraft an einer evangelikalen Schule als individuelle religiöse Berufung ist mit einer erhöhten a) Arbeits- und b) Lebenszufriedenheit verbunden.

Bezüglich des Arbeitsengagements weisen die dargestellten empirischen Befunde auf ein verringertes selbstwahrgenommenes Engagement bei freikirchlichen Pastoren und stark religiösen Personen hin. Umgekehrt scheint das Empfinden einer religiösen Berufung das Engagement wiederum zu verstärken:

H5.1: Lehrkräfte an evangelikalen Schulen weisen ein geringeres selbsteingeschätztes berufliches Engagement im Vergleich zu allgemeinen Lehrkräften auf.

H5.2: Das Empfinden einer Berufung für die Arbeit als Lehrkraft an einer evangelikalen Schule steht in einem Zusammenhang mit einem höheren selbstwahrgenommenen Arbeitsengagement.

Das Verständnis der eigenen Arbeit als göttlicher Auftrag, verbunden mit einer hohen Identifikation, könnte dazu führen, dass sich die Fähigkeit zur inneren Distanzierung von dieser Tätigkeit verringert. Andererseits ist mit dem Empfinden einer religiösen Berufung das Vertrauen verbunden, im Auftrag einer höheren transzendenten Macht zu handeln, was resignative Tendenzen bei Misserfolgen verringern könnte, wofür auch die Befunde zu einem positiven Zusammenhang zwischen Berufungsempfinden und Selbstwirksamkeitserwartung sprechen:

H6: Das Empfinden einer religiösen Berufung ist bei evangelikalen Lehrkräften mit einer niedrigeren Distanzierungsfähigkeit zum Beruf verbunden.

H7: Ein religiöses Berufungsempfinden steht in einem negativen Zusammenhang mit der Resignationstendenz bei beruflichen Misserfolgen.

3 Analysen zweier Mitarbeiterbefragungen in Schulen eines evangelikal orientierten Schulverbund

3.1 Stichprobe und Methode

Zur Überprüfung der oben herausgearbeiteten Hypothesen werden die Daten zweier Mitarbeiterbefragungen unter den Lehrkräften eines evangelikal orientierten Schulverbundes in Deutschland einer diesbezüglichen Analyse unterzogen. Diese wurden vom Forscherteam im Auftrag der Personalvertretung und der Schulleitung erhoben. Anlass dieser Erhebungen war die gemeinsam von Personalvertretung und Schulleitung geäußerte Sorge, dass unter den Lehrkräften eine, durch die hohe religiöse Identifikation mit der Schule und den Zielen, begründete fehlende Distanzierungsfähigkeit und ein Überengagement verbreitet sein könnten. Die Beauftragung war mit der Intention verbunden, durch eine wissenschaftlich abgesicherte Methodik Steuerungswissen für weitere Maßnahmen der Personalentwicklung und -begleitung zu erhalten. Die Verwendung standardisierter Erhebungsinstrumente in den Befragungen und die Genehmigung der beteiligten Institutionen erlaubt eine vertiefende Analyse bezüglich der in diesem Beitrag herausgearbeiteten Fragestellungen.

Der Schulverbund gehört zu den größeren dieser Art in Deutschland und umfasst die Schularten Grundschule, Werkreal- und Realschule sowie Gymnasium. In der Untersuchung von Lehmann (2015) wurde dieser Schulverbund der Gruppe der Schulen mit einem klar wertorientierten Profil verbunden mit innerschulischer Pluralität und Lernbereitschaft sowie einer stark ausgeprägten Schüler- und Gesellschaftsorientierung zugeordnet. Neben dieser Gruppe findet sich in Deutschland ein schwächer vertretener Typ von konservativ-evangelikal orientierten Schulen mit einer hohen frömmigkeitsspezifischen Bibelorientierung (ebd.).

Die hier vorgestellten Befunde können also nicht als repräsentativ für alle evangelikal orientierten Schulen in Deutschland angesehen werden, bieten jedoch im Sinne einer Fallstudie die Möglichkeit der Überprüfung einer grundsätzlichen Übertragbarkeit der herausgearbeiteten arbeitspsychologischen Befunde aus dem amerikanischen Raum und theoretischen Erkenntnisse auf deutsche christlich-evangelikal orientierte Lehrkräfte.

Die Befragungen wurden durch das Forscherteam bei zwei Mitarbeiterversammlungen durchgeführt. Um eine möglichst hohe Anonymität der Antworten zu gewährleisten, wurden individuelle Merkmale der Lehrkräfte zumeist nur in groben Kategorien erfasst. Zwar wurde auf Wunsch der Schulleitung die unterrichtete Schulart erhoben, jedoch auf die Erhebung des Geschlechts verzichtet und das Alter nur in drei Kategorien erfragt, um beispielsweise nicht die Identifikation von älteren männlichen Grundschulkollegen zu ermöglichen. Bei der Durchführung der Befragungen wurden den Mitarbeitenden in Zusammenarbeit mit der Personalvertretung die Maßnahmen zur Gewährleistung einer möglichst hohen Anonymität vorgestellt und auf die Notwendigkeit von ehrlichen Angaben hingewiesen.

Insgesamt konnten n=98 und n=107 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet werden, was einer Rücklaufquote von etwa 90 Prozent entspricht. Die Zusammensetzung der Stichprobenmerkmale lässt sich Tabelle 3 entnehmen. Darüber hinaus kann wegen der hohen Teilnahmequote angenommen werden, dass die Stichprobenzusammensetzung der Geschlechter in etwa der Zusammensetzung des Kollegiums entspricht, welches laut Zählung der Schulleitung zu 60% aus Lehrerinnen besteht.

Für Vergleiche mit Lehrkräften an nicht-evangelikalen Schulen wurde dankenswerterweise von den Entwicklern des Arbeits- und Verhaltensbezogene Erlebnismuster (AVEM) Uwe Schaarschmidt und Andreas W. Fischer eine aktuelle Stichprobe mit insgesamt n=4410 Lehrkräften aus allgemeinbildenden Schulen aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Das Vorliegen des Alters, Geschlechts und des Stellenanteils der Lehrkräfte dieser Stichprobe ermöglicht für den präziseren Vergleich der Ausprägungen der Verhaltens- und Erlebensmuster eine diesbezügliche Gewichtung der Personenmerkmale.

3.2 Erhebungsinstrumente

Bei der Mitarbeiterbefragung wurden spezifische und allgemeine berufsbezogene Themenbereiche erhoben. Für die hier durchgeführten Analysen wurden die im Folgenden dargestellten Instrumente genutzt. Die Beantwortung der Items erfolgte durch eine fünfstufige Zustimmungsskala.

Das Berufungsempfinden wurde über zwei Einzelitems erhoben. Diese bezogen sich in ihrer Formulierung dezidiert auf das Empfinden einer religiösen Berufung „durch Gott“. Hierbei wurde zwischen zwei Aspekten eines berufsbezogenen Berufungsempfindens unterschieden: Zum einen wurde nach dem Empfinden einer Berufung für die Arbeit als Lehrkraft gefragt, zum anderen nach einem Berufungsempfinden bezüglich der Tätigkeit an speziell dieser Schule (vgl. Tab. 2). Während sich der erste Aspekt eher auf die allgemeine Berufswahl bezieht, wird beim zweiten Aspekt das Empfinden einer stärker örtlich und zeitlich spezifizierten Berufung erfragt. Die beiden Items weisen eine mittlere Korrelation zueinander auf (ρ=.555, p<.001) und bilden somit verschiedene Aspekte eines religiösen Berufungsempfindens ab.

Die Erfassung der Arbeitszufriedenheit, des Kompetenzerlebens sowie der Identifikation mit der Schule erfolgte mithilfe einiger von Borg (2003) für Mitarbeiterbefragungen entwickelter Items (vgl. Tab. 1). Beide Skalen weisen mit ω=.77 und ω=.81 gute bis akzeptable Reliabilitätswerte auf, die hier durch den für Kurzskalen besonders geeigneten Reliabilitätsschätzer McDonalds ω ermittelt wurden (McDonald, 1999; Teo & Fan, 2013).

Tab.1: Reliabilitäten und deskriptive Statistiken der verwendeten Skalen zum Kompetenzerleben, der Arbeitszufriedenheit und der Identifikation mit der Schule  

Weiterhin wurde das Erhebungsinstrument AVEM (Schaarschmidt & Fischer, 2008) in der Version mit 44 Items integriert. Für diese Untersuchung wurde für die Erhebung des Beruflichen Engagements auf die vier Subskalen Subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit, Beruflicher Ehrgeiz, Verausgabungsbereitschaft und Perfektionsstreben zurückgegriffen. Weitere genutzte Skalen umfassen die Aspekte Distanzierungsfähigkeit, Resignationstendenz bei Misserfolgen sowie Lebenszufriedenheit.

3.3 Deskriptive Befunde und Mittelwertvergleiche

Wie erwartet finden sich bei den Items zum religiösen Berufungsempfinden hohe Zustimmungswerte (H1). So stimmen knapp 88 Prozent der befragten Lehrkräfte der Aussage „Ich fühle mich von Gott dazu berufen, als Lehrer zu arbeiten“ eher oder voll zu. Eine Berufung zur Arbeit an genau dieser Schule empfinden rund 86 Prozent (vgl. Tabelle 2). Damit liegen beide Zustimmungswerte höher als bei anderen Erhebungen zum allgemeinen Berufungsempfinden unter Lehrkräften (vgl. Rothland, 2011, S. 287). Zur Überprüfung, inwiefern sich bedeutsame Unterschiede bezüglich des Alters, der Schulart oder des Stellenanteils der Lehrkräfte ergeben, wurden einfaktorielle Varianzanalysen durchgeführt (Tabelle 3). Hierbei zeigten sich tendenziell signifikante Unterschiede bezüglich der Altersgruppen für das berufsbezogene (F(2,198)=2.353; p=.098) sowie signifikante Differenzen beim schulbezogenem Berufungsempfinden (F(2,198)=3.278, p=.040). Statistisch bedeutsame Unterschiede ergaben sich auch für den Vergleich zwischen Teilzeit- und Vollbeschäftigen (T(198)=-2.43; p=.016 bzw. T(198)=-2.342; p=.020), wohingegen sich für unterrichteten Schularten keine signifikanten Unterschiede zeigten (F(3,197)=1.223; p=.303 und F(3,197)=1.145; p=.332).

Tab. 2: Antworthäufigkeiten der Items zum Berufungsempfinden (n=215)

Tab. 3: Stichprobenzusammensetzung und Mittelwerte der Aspekte des religiösen Berufungsempfindens (1: stimme nicht zu bis 5: stimme voll zu)

Für Vergleiche der Ausprägungen des AVEM-44 der hier untersuchten evangelikal-religiösen Lehrkräfte mit Lehrpersonen, die an Schulen in staatlicher oder nicht-religiöser Trägerschaft arbeiten, wurde die von den Entwicklern des Instruments zur Verfügung gestellte Vergleichsstichprobe (Fischer & Schaarschmidt, unveröff.) mittels einer Gewichtung der Personenmerkmale Alter, Geschlecht und Stellenanteil an die hier vorliegende Zusammensetzung der Stichprobe angepasst. Im so gewichteten Vergleich der Mittelwerte der Skalenausprägungen zeigten sich für 5 der 7 eingesetzten Subskalen signifikante Mittelwertabweichungen (vgl. Tab. 3). Bis auf die Skala Verausgabungsbereitschaft wiesen alle Subskalen des Beruflichen Engagements für die Lehrkräfte des evangelikal orientierten Schulverbunds durchgehend niedrigere Ausprägungen auf, wobei sich bei der Subjektiven Bedeutsamkeit der Arbeit der größte Effekt zeigte (T(4606)=8.5 p<.001, d=0.6). Die Abweichungen der Subskalen Beruflicher Ehrgeiz und Perfektionsstreben wiesen kleinere signifikante Effekte auf (T(4605)=5.9 bzw. T(4608)=5.4, p<.001, d=0.4). Somit bestätigt sich überwiegend die Vermutung eines geringeren beruflichen selbsteingeschätzten Engagements bei den hier untersuchten Lehrkräften (H5.1). Weiterhin zeigten sich signifikant höhere Ausprägungen bzgl. der Distanzierungsfähigkeit (T(227.2)=-4.8, p<.001, d=0.3) und der Lebenszufriedenheit (T(224.1)=-3.6, p<.001, d=0.2), jedoch keine bedeutsamen Differenzen bezüglich der Resignationstendenz.

Tab. 4: Vergleich der verwendeten AVEM-Skalen mit einer nach Alter, Stellenanteil und Geschlecht gewichteten deutschen Teilstichprobe aus dem AVEM-IEGL 2012-2019 (n=4410; Schaarschmidt & Fischer, unveröffentlicht)

3.4 Effekte des Berufungsempfindens

Die korrelativen Zusammenhänge zwischen den Items des religiösen Berufungsempfindens und den anderen erhobenen Zufriedenheits- und Arbeitserlebensmerkmalen sind in Tabelle 5 dargestellt. Da in dieser Stichprobe nur eine geringe Anzahl von teilnehmenden Personen mit einem schwach ausgeprägtem religiösen Berufungsempfinden vorliegt, weisen die beiden Items zur Erfassung eines religiösen Berufungsempfindens in dieser Stichprobe eine eher geringe Varianz auf. Erwartungsgemäß fallen daher die sich abzeichnenden signifikanten Zusammenhänge innerhalb der Stichprobe eher schwächer aus.

Tab.5: Korrelative Befunde

Die oben dargestellten relevanten Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen sowie den Voll- und Teilzeitbeschäftigten bezüglich des Berufungsempfindens (siehe 3.3) lassen eine Kontrolle der zu testenden Zusammenhänge bezüglich dieser Lehrkräftemerkmale notwendig erscheinen. Aus diesem Grund wurden multiple Regressionsmodelle unter Berücksichtigung dieser Variablen geschätzt. Die Altersgruppen wurden für die Modelle doppelt dummy-kodiert, wobei die mittlere Gruppe der 31- bis 45-Jährigen jeweils die Referenz bildeten. Da die beiden Berufungsvariablen etwa 30% gemeinsame Varianz aufweisen (s.o.), wurden die geschätzten Modelle bezüglich möglicher Kollinearitätseffekte überprüft, wobei sich jedoch keine diesbezüglichen Verzerrungen ergaben.

Eine Zusammenstellung der Regressionsanalysen findet sich in Tabelle 5. Wie erwartet zeigten sich sowohl beim lehrerberufs- als auch schulbezogenen Berufungsempfinden positive signifikante Effekte bezüglich der Arbeitszufriedenheit (H4a, β=.184, p=.024 und β=.198, p=.016), wohingegen sich für die Lebenszufriedenheit nur in Hinblick auf die Berufung zum Lehrerberuf signifikante positive Effekte ergaben (H4b, β=.195, p=.024). Differenziell bezüglich der beiden Berufungsaspekte zeigten sich auch die Analysen des Kompetenzerlebens und der Identifikation mit der Schule. Während sich bei ersterem ein signifikant positiver Zusammenhang zum berufsbezogenen Berufungsempfinden ergab (H2, β=.226, p=.006), zeigte sich bei letzterem ein signifikanter Effekt hinsichtlich des schulbezogenen Berufungsaspekts (H3, β=.279, p<.001). Die Analysen der AVEM-Subskalen zum Beruflichen Engagement wiesen nur auf vereinzelt tendenziell signifikante Effekte hin, die jedoch statistisch zu vernachlässigen sind (H5.2). Unter Berücksichtigung der Personenmerkmale verschwand der korrelative Zusammenhang zwischen dem berufsbezogenen Berufungsempfinden und der geringeren Resignationstendenz (H7). Die Gegenläufigkeit der beiden Berufungsaspekte im Hinblick auf die berufsbezogene Distanzierungsfähigkeit ist unter Berücksichtigung der Korrelationsbefunde (Tabelle 5) und der gemeinsamen Varianz als Suppressionseffekt zu deuten: Ein auf den Lehrerberuf bezogenes Berufungsempfinden steht in einem positiven Zusammenhang (H6, β=.249, p=.003), wohingegen Varianzanteile des schulbezogenen Berufungsempfindens, die nicht mit dem berufsbezogenen Berufungsempfinden geteilt werden, in einer negativen Verbindung zur Distanzierungsfähigkeit stehen (β=-.296, p<.001).

Tab. 6: Regressionsanalysen der Effekte des Berufungsempfindens unter Kontrolle von Alter und Stellenanteil. Standardisierte Regressionskoeffizienten

4 Diskussion

4.1 Zusammenfassung der Befunde

In diesem Beitrag wurde untersucht, inwiefern ein religiöses Berufungsempfinden bei evangelikalen Lehrkräften Zusammenhänge zu motivationalen und selbstregulativen Aspekten der Lehrerprofessionalität sowie zu damit verbundenen emotionalen Dimensionen aufweist. Die Annäherung an das evangelikale Berufungsverständnis mithilfe der Untersuchung evangelikaler Ratgeberliteratur zeigte, dass diesem Thema unter evangelikalen Christen eine hohe Relevanz zukommt, da anders als in der derzeitigen evangelischen „Mainstream“-Theologie von einer individuellen Berufung für eine oder mehrere Aufgaben für jeden Christen ausgegangen wird.

Das herausgearbeitete evangelikale Berufungsverständnis weist mit den drei zentralen Elementen der Passung der individuellen Begabungen und Personenmerkmale zur Aufgabe, der Ausrichtung auf Ziele der gelebten Nächstenliebe oder Mission und der Deutung als göttlicher Auftrag eine große Nähe zu den meisten in der Arbeitspsychologie gebräuchlichen mehrdimensionalen Konstrukten auf. In der überwiegend US-amerikanischen Forschung wurden zumeist positive Zusammenhänge dieser Konstrukte mit der Lebens- und Arbeitszufriedenheit sowie der Identifikation mit dem Unternehmen gefunden, sodass eine Übertragbarkeit auf deutsche evangelikal orientierte Lehrkräfte vermutet werden konnte.

In der empirischen Überprüfung der herausgearbeiteten Hypothesen bestätigte sich eine hohe Verbreitung eines religiösen Berufungsempfindens unter evangelikalen Lehrkräften.

Die hier befragten Lehrkräfte weisen über alle AVEM-Subdimensionen des selbsteingeschätzten beruflichen Engagements signifikant geringere Ausprägungen auf als die zum Vergleich herangezogene gewichtete Stichprobe deutscher Lehrkräfte. Diese Befunde zeigen eine hohe Parallelität zu den Befunden von Voltmer et al. (2010) bzgl. evangelikaler Pastoren, bei denen sich ein gleiches Ausprägungsmuster dieser Subdimension bei der Langversion des AVEM ergab. Die Vermutung einer Steigerung des beruflichen Engagements im Zusammenhang mit einem religiösen Berufungsempfinden konnte nicht bestätigt werden.

Obwohl beide Aspekte des religiös begründeten Berufungsempfindens in der betrachteten Stichprobe ähnlich stark verbreitet zu sein scheinen, ließen die Analysen der vermuteten Effekte deutlich werden, dass diese differenziell betrachtet werden sollten. In Bezug auf eine Berufung zum Lehrerberuf bestätigte sich überwiegend die Übertragbarkeit der Befunde aus der Organisations- und Arbeitspsychologie bezüglich positiver Effekte auf Arbeits- und Lebenszufriedenheit sowie auf das Kompetenzerleben im Beruf. Das Empfinden einer Berufung zur Arbeit an speziell dieser religiös ausgerichteten Schule steht zwar im vermutet positiven Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit und der Identifikation mit der Schule, nicht jedoch mit einer erhöhten Lebenszufriedenheit. Darüber hinaus verringert sich die Fähigkeit, sich von den beruflichen Aufgaben zu distanzieren, wohingegen diese für einen gesunden Umgang mit der Arbeitsbelastung förderliche Disposition in einem positiven Zusammenhang mit einem auf den Lehrerberuf bezogenem Berufungsempfinden steht. Eine Steigerung des beruflichen Engagements aufgrund des Empfindens einer religiös begründeten Berufung ließ sich im Rahmen dieser Untersuchung nicht feststellen. Ebenso zeigten sich keine Effekte in Hinblick auf eine verringerte Resignationstendenz.

4.2 Einordnung der Befunde

Die differenzielle Befundlage bezüglich der beiden Aspekte des religiös begründeten Berufungsempfindens könnte darin begründet liegen, dass ein Berufungsempfinden für den Beruf als Lehrkraft eher auf der Wahrnehmung der eigenen Befähigung für diese Aufgabe basieren könnte. Das Gefühl für die Arbeit an genau dieser Schule berufen zu sein könnte dagegen auf einer diesbezüglichen Deutung besonderer Erlebnisse basieren, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang zum Erleben eigener Kompetenz und beruflichem Erfolg stehen müssen. Darüber hinaus könnte aus diesem Empfinden ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl resultieren, welches bei personellen Engpässen und aufkommenden Problemen in der Schule zu einem höheren Belastungserleben führen kann. Letztere Problematik zeichnet sich aufgrund des nicht nachweisbaren höheren Engagements jedoch nur tendenziell in dieser Studie ab.

Insgesamt lässt sich also die anfangs dargestellte These von Rothland (2011, S. 285), dass eine Berufung zum Lehrerberuf mit Überengagement oder einer erhöhten Burn-out-Gefährdung einhergehe, für diese Stichprobe evangelikaler Lehrkräfte so nicht bestätigen. Vielmehr deutet sich an, dass sich die aus dem US-amerikanischen Kontext stammenden arbeitspsychologischen Befunde der positiven Auswirkungen eines Empfindens, im ausgeübten Beruf seine Berufung gefunden zu haben, auch auf evangelikale Lehrkräfte in Deutschland übertragen lassen. Dies bestätigt in der Tendenz auch die von Scheunpflug (2005) geäußerte Vermutung, dass ein Berufungsempfinden zum Lehrerberuf zur Bewältigung der hier vorliegenden Anforderungen und Unsicherheiten hilfreich oder sogar notwendig sein könnte, wobei sich die Autorin hier jedoch auf eine nichtreligiöse Deutung des Berufungsbegriffs bezieht.

Etwas kritischer stellt sich die Befundlage jedoch in Bezug auf das Empfinden dar, dezidiert zur Arbeit an dieser evangelikalen Schule berufen zu sein. So fehlen die positiven Zusammenhänge zur Lebenszufriedenheit und darüber hinaus ist eine schwache Tendenz zu einer geringeren Distanzierungsfähigkeit festzustellen. Dieser Aspekt eines religiösen Berufungsempfindens sollte also differenziert von den anderen Befunden betrachtet werden. Hier könnten unter ungünstigen schulischen Rahmenbedingungen, wie z.B. Personalmangel, problematische Mitarbeiterführung oder besonders hohe Anforderungen in Gründungsphasen, durchaus problematische Effekte entstehen. Ebenso könnte dies der Fall bei Lehrkräften sein, die an evangelikalen Schulen arbeiten, die stark auf die Gemeinde bezogene Ziele mit der Gefahr sozialer oder gedanklicher fundamentalistischer Selbstabschließungen verfolgen (vgl. Lehmann, 2015, S. 363).

Die hier vorgestellten Ergebnisse bestätigen auch die Hinweise von Hagmaier & Abele (2015) auf die Übertragbarkeit der US-amerikanischen Befunde zu den Auswirkungen eines Berufungsempfindens auf den deutschen Raum, auch wenn ein solches Empfinden allgemein unter deutschen Berufstätigen schwächer ausgeprägt ist. Ob sich diese Effekte insbesondere auch für nicht oder wenig religiöse Lehrkräfte in Deutschland zeigen, muss in weiteren Studien geklärt werden.

4.3 Limitationen und Ausblick

Neben der Limitation in Bezug auf die vorliegende Stichprobe weist diese Studie auch Begrenzungen durch die hier verwendeten Erhebungsinstrumente auf. Das berufliche Engagement wird im Rahmen des AVEM nur aus der Selbstsicht und unter Verzicht der Erhebung des zeitlichen Engagements erhoben. Hier könnte eine Messung der tatsächlichen Arbeitszeit ggf. zu anderen Ergebnissen führen. Weiterhin untersucht das hier verwendete Instrument nicht die sonst häufig im Bereich der Burnout-Forschung zu findende Abfrage typischer körperlicher und psychischer Symptome, was eventuell eine andere Befundlage zeigen könnte.

Offen bleibt in dieser Studie die Frage, inwiefern sich das Empfinden einer dezidiert religiösen Berufung für den Lehrerberuf auf andere Aspekte der Lehrerprofessionalität auswirkt. So berichtet Pirner (2013, S. 212) von Hinweisen auf eine höhere personalistische Schülerorientierung bei christlich-religiösen Lehrkräften sowie auf eine das Berufsethos prägende Rolle der Religiosität. Insbesondere bei einer Orientierung evangelikaler Lehrkräfte an missionarischen Zielen wäre auch eine daran anknüpfende Unterrichtsgestaltung zu vermuten. Für die Klärung dieser Fragen sind weitere Untersuchungen sowohl unter evangelikalen als auch anderweitig religiösen Lehrkräften in Deutschland notwendig.

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Sebastian Röhl, Gymnasiallehrer für Musik und Mathematik, Akademischer Mitarbeiter an den Instituten für Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Prof. Dr. Manfred L. Pirner, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des ev. Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Direktor der Forschungsstelle für Öffentliche Religionspädagogik

  1. vgl. z.B. www.scm-shop.de/catalogsearch/result/ [Zugriff: 07.03.2018].